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Donnerstag, 21. Oktober 2010

Ein bisschen Politik und viel Wehrpflicht

Trotz mehr Zeit laeuft das politische Geschehen immer noch etwas an mir vorbei. Sollte warscheinlich wieder vermehrt FAZ lesen.
Immerhin ist mir ein Beitrag zum Dreiergipfel Merkel-Sakrozy-Medwedjew unter die Augen gekommen und folgendes ist haengen geblieben: Angie hatte wohl recht niedrige Erwartungen (hat vll sogar mit keinem Ergebnis gerechnet), jedenfalls wirkte sie sehr zufrieden. Der Baer machte auf mich nen recht offenen Eindruck, sagt aber klar und deutlich was Sache ist. Wird wohl wirklich drueber nachdenken, zum NATO-Gipfel zu fahren und da nicht nur einfach anwesend zu sein.
Einzig Sarkozy dieser Bauer, mault rum und klammert sich wie ein kleines Kind an seine Atomwaffen. Dabei ist Frankreich international unwichtig. Das Wort von Deutschland oder Russland ist international immerhin etwas wert, was man vom franzoesischen nicht grade sagen kann. Aber was soll man schon von einer Nation erwarten, deren militaerisches Aushaengeschild eine Einheit ist, die aus Auslaendern besteht.

Thema Wehrpflicht. Dazu wurde und wird ja immer noch viel Luft produziert (obwohl ja nichtmal die Personalstellen der Bundeswehr selbst wissen, was nun richtig los ist, das macht tolle Stimmung in der Truppe!), aber das geilste, was ich dazu bisher gelesen hab, stand in meiner 'Gewerkschaftszeitung'. Dort zitierte man den bayrischen Innenminister Herrmann folgendermassen:

" Die Wehrpflicht ist sicherheitspolitisch unverzichtbar, um die Einsatzfaehigkeit der Bundeswehr zu erhalten. Das haben wir vor einem Jahr einstimmig in CDU und CSU so beschlossen."

Toll oder? Da lassen sich die Herren und Meister der Volksvollparteien CDU und CSU tatsaechlich soweit herab zu beschliessen, dass die Wehrpflicht unverzichtbar ist! Ich verrate euch mal was: das ist totaler Bullshit. Die Wehrpflicht ist Aufwand, Aufwand, Aufwand. Fuer die KWEA's, die keinen Plan haben, fuer die Ausbildungseinheiten, die sich drum kuemmern muessen, dass die Rekruten allen moeglichen Scheiss bestmoeglich koennen, dazu aber keine Zeit haben, fuer die Einplaner/Staebe, die nicht wissen, wo sie Leute hinstecken sollen, die in (inzwischen) 3 Monaten wieder ausscheiden, in vielen Faellen keinen Bock und meistens noch weniger Ahnung haben.
Nichts gegen die Wehrpflicht an sich, das war im kalten Krieg sicher die beste verfuegbare Idee, aber heutzutage - nach den Strukturreformen, welche noch im Gange sind und der bevorstehenden - nutzlos. Hat ihre Notwendigkeit verloren. Eine 'einsatzorientierte' Armee (um mal mit den Worten unseres Ministeriums zu schreiben) hat keine Verwendung für einen Pool von Halbausgebildeten, der jaehrlich um etwa so 20000 Mann waechst und zu Reservezwecken gedacht war.
Ich hab festgestellt, wer bei der Bundeswehr bleiben will, weiss das schon vorher und wartet schon (teilweise sehnsuechtig) auf seine Einberufung. Wer aber eigentlich nicht richtig weiss, was er will, wird nach der AGA oder den restlichen paar Monaten Rumgesitze (was anderes kann man mit W6ern eigentlich nicht anfangen) kaum auf die Idee kommen, sich fuer weitere 2 bis 15 Jahre zu verpflichten.
Deshalb meine Bitte: Macht dem Gezeter ein Ende, setzt die Wehrpflicht aus, oder schafft sie gleich ab, eine Ausgesetzte nehmen wir eh nicht mehr auf. Schafft harte Fakten und Planungssicherheit fuer alle Soldaten. Spart meinetwegen Stellen ein, macht die Bundeswehr schlanker, aber schmeisst nicht an den falschen Stellen raus. Stichwort Wasserkopf (" ...mit dem man eine doppelt so grosse Armee fuehren koennte", Zitat aus der 'Gewerkschaftszeitung )

Kommentare:

  1. Der Wessi aus deiner AGA22. Oktober 2010 um 15:34

    Kann dir was die Wehrpflicht und die drauf folgende Weiterverpflichtung angeht nicht zustimmen. In meiner Einheit haben sich einige Weiterverpflichtet die davor nicht wirklich daran dachten. Ohne die Wehrpflicht hat der normale jugendliche nichts mit der Bundeswehr zu tun und beschäftigt sich ja absolut nicht mit dem Thema Bundeswehr. Außerdem erledigen die Wehrpflichtigen die ganzen Hilfsjobs, die zwar nicht fordernd oder weltbewegend sind, die aber erledigt werden müssen.( Z.Bsp. Gezi, Nachschub, sonstige Assistenzjobs). Ohne Wehrpflichige muss da nen SaZ(teuer) oder nen ziviler (ebenfalls teuer) hin. So sinnlos sind wir dann anscheinend doch nicht.

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  2. Hmmkay. Wessis waren viele in 'meiner' AGA, welcher bist du denn?
    Ich kann dem, was du schreibst nur wiedersprechen, bisher haben alle AGAnauten, mit denen ich gesprochen habe gemeint, sie wuerden nur rumsitzen und nichts tun. GeZi, S4, etc. wird bei denen (und mir) ausschliesslich von SaZ und zivilen Angestellten bearbetet.

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  3. Der Wessi aus deiner AGA23. Oktober 2010 um 10:19

    Ist wie gesagt bei mir ein wenig anders... der meiste Arbeit wird zwar auch von den SaZ´lern erledigt aber einiges, meistens das langweilige, "dürfen" die GWDL machen. Aber das könnte sich durch w6 natürlich verändern..
    Es gibt zwar bei uns auch Leute die nur rumsitzen und nichts tun aber es gibt auch welche die müssen wirklich arbeiten.
    Und um es deutlicher zu machen wer ich bin.. der einzige aus Süddeutschland.

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  4. Nu, bei uns streiten sich selbst die SaZ um die Arbeit. Uns GWDL werden nur Handgriffe uebergeben, die den andern zu anstrengend sind (meistens weil man dazu aufstehen muesste).

    Aber jetz weiss ich Bescheid :-D

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