--- Meinungen, Berichte und Sinnloses aus meinem Nachrichtenbunker in der regnerischen Hansestadt ---

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Montag, 30. Juli 2007

Tiefsinniges im Dunkeln

Mal was ganz anderes:
"Karen Greenberg hat in ihrer Dokumentation "The Torture Papers" das "spin-doctoring" (Wortumdrehen) vorgeführt, mit dem die Folter - zur "Counter Resistance Technology" schöngeredet - von Donald Rumsfeld als legales Mittel der "zielführenden Befragung" in den USA etabliert wurde. Damit ist eine der letzten unumstößlichen Rechtssicherheiten, die Gewissheit, dass ein zivilisierter Staat nicht foltert, zerstört. Wie bereits in der Inquisition fehlt das Fundament von Zivilisation, wenn solche (Pseudo-)Technik gegen Widerstand als politisches Mittel zum Zweck missbraucht wird."
( Zitat von http://www.heise.de/tp/r4/artikel/25/25776/4.html , gefunden beim indivisualisten )

Warum macht die Menschheit sowas? Weil Politiker und vorallem deren Berater ihre "Mitbuerger" ( vielmehr Untertanen und leicht beeinflussbare Zuhoererschaft ) durchschaut haben. Denn denen, fuer deren Ohren und Augen solche Wortspielereien bestimmt sind, machen solche worte fuer ein besseres Gewissen als wenn Folter oder Schmerzverabreichung dastehen wuerde. wobei letzteres schon nicht mehr wirkt, da es die Phantasie des Lesers/zuhoerers/zuschauers nmicht so anregt wie "Folter". Davon haben wir alle ein uebereinstimmendes Verstaendnis und eine Vorstellung. von Grausamkeit. von Schmerz. alles andere ist nur abstakt, wir koennten es alle vorbeten und es auch vielleicht noch so weit erklaeren wie es von dem/den Urheber(n) geplant ist, aber wir wuerden uns nichts dazu vorstellen. es regt unsere Phantasie nicht so an, wie begriffe, die wir seit unserer Kindheit kennen. Es ist einfacher sich mit akstrakten Begriffen zufrieden zu geben, als sie zu hinterfragen, den sinn zu erkennen und die Methoden zu kennen. "Zielgerichtete Befragung ist so ein verharmlosendes Wort. Ich finde es schlecht, immer alles nur zu umschreiben. ich moechte mir jetzt nicht Investigation oder aehnliches auf die Fahnen schreiben, nur mal mehr, mal weniger, die Dinge so zu beleuchten wie sie sind und/oder wie ich sie sehe. Meistens wird letzteres dabei herauskommen, da sich jeder sien eigenes Bild von der Realitaet macht. das sit auch gut so, alles andere fuehrt ueber kurz oder lang zu verdummung. hat es ja alles schon gegeben. aebr vielleicht findest ja jemand in meinen ansichten ein bisschen wahrheit fuer sich und kann damit etwas anfangen. ich mache das oft so, ich besorge mir auf verschiedene arten informationen und setze mir dann selber ein Bild zusammen, das fuer mich am meisten Sinn ergibt. Deshalb stehen in meinem Orbitalrelais alias Linkliste viele unterschiedliche Blogs, von unterschiedlichen Leuten. oder auch nicht und ich bilde mir das nur ein. Jedenfalls gibt es meiner Meinung nach nicht die eine realitaet, sondern jeder aht seine eigene, persoenliche. die er teilen kann, oder nur fuer sich alleine behaelt. Ohne jetzt psychologisch wirken zu wollen, glaube ich noch etwas sagen zu muessen. bei indivisualisten ( verzeih mir, aber du musst jetzt mal herhalten ) habe ich gelesen, er wuerde eine weile zu stein erstarren, um dann aus diesem Boesen Traum zu erwachen. einfach so. aber der Traum hoert nicht auf. wird er nicht, ehe nicht etwas schlimmes in unmittelbarer Naehe passiert. schlimmes und schlimmeres passiert jederzeit und ueberall, nur nicht bei uns, hier und jetzt. jeden Tag erreichen uns die Nachrichten ueber anschlaege, verbrechen und Katastrophen. aber wer von euch, nein falsch, von uns liest denn noch die randspalte, in der von den Autobomben in Bagdad berichtet wird. ganz ehrlich mal. ich nicht. ich zaehle auch nicht mehr mit. dort herrschen zu jeder Zeit Angst, Terror und Schrecken. Nur davon kommt bei uns nichts an. dort sterben jeden Tag dutzende von menschen, und es gibt nichts schlimmeres als jemanden aus der eigenen Familie zu verlieren. selbst das absehbare macht es nicht mal ansatzweise ertraeglicher. ob die Großmutter, nach vielen jahren des Lebens und wenigen Jahren der Krankheit stirbt, oder jemand anderes, juengeres bei einem Unfall stirbt, ist unerheblich. Es ist immer grausam. Schmerzvoll. Nichts kann das aendern. Kein Umstand, nichts. als Essenz bleibt immer nur der Tot. Konsequenzlos. Er ist zwar mit der Geburt vorprogrammiert und absehbar, aber dennoch immer ueberraschend und schmerzvoll.

Vielleicht, warscheinlich sogar, bin ich vom urspuenglichen Thema abgewichen, aber ich werde an dem Text nichts mehr aendern. ich glaube ich wollte anfangs garnicht ueber den Tot phylosophieren, aber ich hab es nunmal gemacht. und Kaputt wie ich bin, lass ich das jetz einfach so stehen. und werde morgen frueh aufstehen, um mir im laufe des vormittags ein neues Ballerspiel zu kaufen. einfach so. weil ich das nunmal so mache. meine art mit all dem scheiss um mich, um uns herum fertig zu werden. danke fuers lesen, die naechstens Beitraege werden wieder so sinnleer wie die vorherigen. Mein Bewusstsein gewaehrt mir nur selten Momente und Gedanken von solcher klarheit, dass ich sie fuer euch, die leserschaft, festhalten kann.
MFG der Abteilungsleiter

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