--- Meinungen, Berichte und Sinnloses aus meinem Nachrichtenbunker in der regnerischen Hansestadt ---

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Dienstag, 7. Oktober 2014

Verdrängt, überholt, vergessen

Ohne die Moralkeule schwingen zu wollen, aber ist noch jemandem aufgefallen, dass in der Ukraine immer noch ein Krieg stattfindet?
Mir kann aufgrund der 11 Tage Krisistan ja die staatliche Mitteilung zum Totschweigen entgangen sein, aber nach einer Nachricht über den Waffenstillstand musste ich gezielt suchen. Genauso wie zu den Meldungen, die implizieren, dass die Ukraine maximal noch bis Ende des Jahres gegen die Kräfte im Osten des Landes Krieg führen kann. Nichts davon in den TV-Nachrichten, nichts auf den Titel- oder Spartenseiten der Onlineportale.

Dann doch lieber jetzt versuchen, irgendwem die Schuld für den Zustand der Bundeswehr zuzuschieben (was ja jahrelang niemand wahr haben wollte oder hat kommen sehen *hust*) oder die Bevölkerung über Ebola in Panik versetzen.

Danke Medien.

Kommentare:

  1. Es kann halt nicht immer über alles berichtet werden und die neuen Nachrichten fordern ihren Platz. Die Gewichtung erscheint da meist zweifelhaft. Jetzt wird wieder ein armes Schweinchen für die Verfehlungen der Vorhänger im Amt gehängt und wieder mit Krankheit gedroht, weil akute Angst große Relevanz vortäuscht. Ein ewiger Zustand der Bedrohung hält die Leute halt in Bewegung.

    Du hast vollkommen Recht, Nachrichten richten aktuell zu sehr nach, anstatt Lagen im Blick zu behalten.

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  2. Tja, so funktionieren die meisten Nachrichtensender und -portale. Was von potenziell vielen gelesen wird, das rutscht nach vorne (daher auch so viele News zu Promis, Prinzenhochzeiten, Dschungelpinkler etc) und vor allem soll es doch bitte unkritisch oder zumindest prowestlich sein, um sich ja nicht mit den falschen anzulegen.

    Über die Ukraine gabs doch schon so viele Nachrichten, der Michel will mal wieder was anderes sehen und überhaupt ist die Sache so kompliziert, da lenkt man eben mit Ebola, Schweinepest oder was sich sonst gerade so anbietet ab.

    Kennst du die Serie House of Cards? Da gibt es einen -wie ich denke- guten Einblick in den Journalismus, wenn auch den amerikanischen. Aber das wird hier auch nicht viel anders sein. Natürlich ist das eine Serie und die sollte man nicht 1:1 in die Realität übertragen, aber was Wahres wird dran sein.

    LG,
    Nickel

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  3. Das zeigt mal wieder, dass das Geschrei um den neuen Kalten Krieg mit Russland vielleicht doch nicht so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird.

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