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Freitag, 8. April 2011

Die leidige Energiediskussion

Da in Japan derzeit AKW's überhitzen, weshalb in Deutschland Politkerhirne zu wenig Strom bekommen und unsere Kraftwerke abgeschaltet werden, führt man in letzter Zeit an fast jedem Stammtisch die Diskussion um 'erneuerbare Energien'. Dem Stammtischszenario ist eine gewisse Ablehnung der Teilnehmer vorrausgesetzt. Auch wenn das Gespräch an anderer Stelle mit Anderen geführt wird, läuft es doch darauf hinaus, Wind-, Wasser- und Sonnenenergie zu bashen. Hazamel hat das ausgezeichnet auf den Punkt gebracht.
Was steht meistens am Ende einer solchen Diskussion? In Abwandlung (je nach Teilnehmern, Ort und Alkoholpegel) folgendes:
- Alternative Energien sind gut,
- aber wir wollen sie nicht.
- Die fossilbrennstoffbefeuerten Kraftwerke sind (noch) unersetzbar.
- Strom aus dem Ausland kaufen ist zwar (für uns) (noch) schmerzlos, aber das wollen wir auch nicht.
Damit sind sich dann alle einig und man prostet sich zu, liest weiter Bild, geht wieder an die Arbeit, tut Dinge, macht noch mehr Kinder fürs Kindergeld, wasauchimmer.

Was mir dabei auffällt, ist das Fehlen jeglicher Alternativen. Alle wollen wenig für Strom bezahlen und immer welchen zur Verfügung haben. Niemand will aber 'regenerative' Energien wirklich fördern oder gefördert sehen, wenns ihn selbst betrifft. Dem Menschen ist immer noch er selbst am Nächsten. Selbst falls und der Strom ausgehen sollte, wird sich doch nichts regen. Niemand wird seine Bequenlichkeit aufgeben und was unternehmen. Energiesparen? Warum, machen die andern doch auch nicht! Mehr bezahlen? Aufs Maul?

Mein Plan? Pflastert Deutschland mit AKW's zu, exportiert den Strom, freut euch bis was passiert und dann geniesst die Show.

Kommentare:

  1. Im Kleinen kann ja jeder (so er will) relativ schmerzfrei anfangen, etwas zu ändern. Auch wenn mich die ganzen (teils völlig absurden/falschen/setze passendes Adjektiv) Diskussionen nerven - immerhin ist es Thema. Immerhin auch ein Weg dass sich (vielleicht) (irgend)etwas tut (außer den Energiepreisen).

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  2. Biogasanlagen. Deutschland wird zum Bauernstaat und es gibt Gülle-Kraftwerke in jedem Dorf. Problem gelöst.

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  3. Eben in üblicher Scheinheiligkeit ergeht man sich in dieser Diskussion. Eine gute Tat für den Tag - oder den Monat. Habe ich das getan, fühle ich mich besser. Sodann ich nichts mehr tun brauche...
    Bisweilen beschränkt sich das eben auf Gedankenkonstrukte, die für vielen in der Praxis zu kompliziert werden und ihrer wohlgenährten Bequemlichkeit zuwider laufen.

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  4. Keiner ist bereit etwas "abzugeben", alle wollen nur immer noch mehr "haben".
    Wielange kann die Fassade der "Rosa-Brillen-aufsetz-Welt" noch aufrecht erhalten werden? Mit den alten und den bestehenden und den noch kommenden Problemen?

    Ich glaube...
    Wir liegen noch nicht tief genug genug im Dreck, haben noch nicht genug Sorgen, damit sich endlich wirklich etwas ändert/verbessert. Also so ein Japanproblem am andern Ende der Welt reicht noch nicht aus, nicht schlimm genug, und die paar Audsässigen die sich desswegen erhoben haben und unsere AKWs loswerden wollen, pfff was solls. Die sollen mal nicht so empfindlich tun.

    Es geht uns noch viel zu gut! Der Mensch wird erst dann aktiv, wenns ihm persönlich selber ans Leder geht, solange es einen nicht direkt selbst betrifft, wieso sollte man sich da bemühen?

    Man hat doch einen Job bei der Regierung, nen fetten Benz in der Garage, paar fette Inmobilien, lächeln, rosa Brille aufsetzen, schöne Reden schwingen und gut ist, Was mit dem Rest der Menschen ist, ist doch egal solangs mir selbst gut geht.

    Bissl Radioaktivität in Japan drüben? Hochjaaaa... kommt ja nicht bis hierher wen kümmerts ne? Mist da gibts ein paar Aufständische wegen unseren AKWs? Dass mir sowas auch das Frühstück verderben muss, tja dann muss ich dann heut wohl wieder eine nette kleine Rede vorbereiten auch wenn ich lieber den Tag an meinem beheizbaren Aussenpool verbringen würde. Man muss die Gemüter ja wieder besänftigen ne?

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  5. Die Menschheit wird sich nie ganz ändern... Irgendwie kommt mir die grobe Geschichte im Star Trek Universum darum recht möglich vor...
    Damit was passiert, muß erst die Menschheit sich selbst halb vernichten... Vielleicht kapieren die dann... Und selbst dann gäbe es noch immer Wahnsinnige, die immer noch mehr Geld und Reichtum anhäufen wollen...
    Es gäbe sicherlich Möglichkeiten, alles Umweltfreundlich zu versorgen. Nur das sowas in unserer jetzigen Welt auch Geld kostet... Das will niemand sehen...

    Also... Ich stimme Dir zu, aber lass uns zuerst eine Kolonie auf dem Mond oder so bauen... Da schaffen wir die wenigen vernünftigen zusammen... ;-)

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  6. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  7. Meine Rede! Ob es nun in einem Deutschen AKW knallt oder in einem der vielen Nachbarländer, das Resultat ist das Gleiche. Sicher, einer muss den ersten Schritt machen, aber was bei uns gegenwärtig abläuft wirkt überstürzt und unüberlegt. AKWs sind zwar nicht der Königsweg (gerade was die langfristige Lagerung der verbrauchten Brennstäbe betrifft) aber sie sind einfach noch nicht wegzudenken. Mit erneuerbaren Energien kann man einen Teil abfangen, aber die Technik ist einfach noch nicht so weit um den gesamten Bedarf zu decken. Dafür verschwenden wir einfach zu viel Energie.
    Mich wundert eh, warum nicht mehr Geld in Energieeffizienz gesteckt wird. Es ist erschreckend, wie viel Energie heutzutage in Prozessabläufen und im Alltag verlustig geht. Wenn wir da mehr investieren, dann könnte man auch in ein paar Jahr(zehnt)en auf Kernkraft verzichten.
    Mit etwas Glück brauchen wir aber gar nicht so weit im Voraus planen, denn nächstes Jahr schrammt ja auch wieder Toutatis an der Erde vorbei. Vielleicht trifft er ja diesmal. ^^

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